
TITEL
Volkserziehung : ein aktuelles Thema
• Jean-Claude Richez
DEBATTEN
Die Volkserziehung wieder in Mode ?
• Denis Adam, Nathalie Boucher-Petrovic
Unser Anliegen, das die Aktualität und die sozio-historischen Herausforderungen der Volkserziehung behandeln möchte, stützt sich einerseits auf eine lange militante Erfahrung der Praxis, sowohl beruflich als auch gewerkschaftlich und andererseits auf eine laufende akademische Forschungsarbeit über die Beziehungen zwischen Volkserziehung und Informations- und Kommunikationstechnologien. Unsere Ausgangsposition beruht auf den aktuellen Charakter der Volkserziehung. Man kann in der Tat feststellen, dass die Volkserziehung wieder ein Begriff ist, den man hervorbringt. Es ist zwar schwierig die genauen Gründe dafür zu analysieren, aber nach mehreren Jahren der Stille oder gar der beschämten Missbilligung (ein altmodischer Vorgang, der an vergangene Zeiten erinnert) ist es nun angebracht, sich auf diese lebenslängliche Bürgererziehung zu berufen, die eine grosse Anzahl unserer jetzigen Eliten ausgebildet hat.
Zeugnis : Die Volkshochschule Vierte Welt
• Geneviève Defraigne-Tardieu
Die Volkshochschule Vierte Welt steht in der Tradition der Volkserziehung, sie wurde aber mit den Personen, die vorrangiges Ziel dieser Institution sind, und zwar den Leuten, die in der grössten Armut leben, konzipiert und gebaut. Mittel werden zur Verfügung gestellt, damit die Leute, die sehr weit entfernt von den Wegen des Wissens sind, wieder Vertrauen in ihren Gedanken finden, Ausdrucksmittel erwerben und mittelfristig ihr Leben ändern können. Die Volkshochschule Vierte Welt ist ein wunderbares Werkzeug der Emanzipation für ihre Mitglieder. Die Lebensbedingungen, die für die Ärmsten geschaffen sind, sind ein Messinstrument des Standes unserer Demokratie, die Volkshochschule Vierte Welt kann als ein Werkzeug, um ihn zu festigen, betrachtet werden.
Die konfliktvolle Allianz der Hochschule und des Volkes
• Gespräch mit Philippe Corcuff von Stéphane Le Lay
Die Volkshochschule von Lyon, 2005 gegründet, stützt sich auf ehrenamtliche Universitätsleute, die drei Abende in der Woche für alle kostenlose Kurse, „kritisches Wissen“ und Debatten in der Tradition der Aufklärung anbieten. Sie stosst auf einen kulturellen Eintrittspreis (denn fast die Hälfte der Zuhörer besteht aus Studenten, Lehrern oder Sozialarbeitern). Ein informelles Netzwerk von Volkshochschulen bildet sich jedoch (in Caen, in Arras, usw) unter anderem über Internet mit einer „linken“ erzieherischen und politischen Einstellung.
Die nicht anerkannten Kinder der Volkserziehung
• Gespräch mit Hugues Bazin
Dieser Artikel versucht die Argumente einer Debatte zu formulieren, die es nie wirklich gegeben hat zwischen einer neuen Generation von Volksakteuren, die sehr stark in ihrem sozio-kulturellen Umfeld verankert sind und der Volkserziehung, die sich historisch gesehen durch ihre Versammlungen, ihre Organisationen und ihre Strukturen etabliert hat. Für diese Generation handelt es sich nicht nur darum, an der Diskussion teilzunehmen, sondern auch darum, einen wirklichen Einfluss auf die Zukunft einer Bewegung in einer Gesellschaft in voller Umwandlung auszuüben. Ohne die Absicht zu haben, die Komplexität der Situation zusammenzufassen, werden hier einige Elemente für ein besseres Verständnis dargelegt in der Hoffnung, dass die Debatte weiterhin stattfinden wird.
Die „Volkserziehung“ wie viele Erwähnungen ?
• Frédéric Chateigner
Ist die in den letzten Jahren oft angekündigte „Erneuerung“ der Volkserziehung eine Wirklichkeit im öffentlichen Raum über die militanten Kreise hinaus ? Diese Forschungsnotiz startet die quantitative Analyse aller Artikel, die den Ausdruck „Volkserziehung“ in fünf nationalen Tageszeitungen seit zehn, zwanzig Jahren erwähnen. Sie zeigt, dass diese Rückkehr, gewiss bescheiden und sehr variabel, je nach betrachteten Tageszeitungen unumstritten ist. Man stellt insbesondere fest, dass die Benutzungen des Ausdrucks deutlich weniger formell und routiniert als vor zehn Jahren sind.
Sie haben von Volkserziehung gesprochen ? Chronologischer Reiseweg
• Françoise Tétard
Die „Volkserziehung“ ist ein „Koffer“ Ausdruck dessen vielfältige Benutzungen durch die Texte im Laufe der Zeit deutlich gemacht werden können. So werden verschiedene Etappen und diverse Herausforderungen dargestellt : die Volkshochschulen und ihr Ideal der „freiwilligen Gleichen“ am Ende des XIX Jahrhunderts, die Ligue Française de l’Enseignement (Französische Liga des Schuldienstes) und der Volksunterricht ihrer Lehrer, die (subversive) Sillon Affäre, die zunehmenden Sorgen um die „Jugend“ in der Zeit zwischen den zwei Kriegen, die Projekte des Conseil National de la Résistance (Nationalrat des Widerstands) und letztendlich die Schaffung von Jugend und Sport zum Zeitpunkt der Befreiung.
STANDPUNKTE
Wenn der Gymnasiast die Zeiten konjugiert : soziale Rhythmen der Arbeiter-Gymnasiasten
• Herilalaina Rakoto-Raharimanana
Es gibt ein Phänomen, das sich schleichend innerhalb der Gymnasiasten Bevölkerung ausdehnt : die kleinen Jobs. Über seine wirtschaftlichen Aspekte hinaus erzeugt dieses Phänomen eine zeitliche und organisatorische Umwandlung, die den Arbeiter-Gymnasiast in Zeitverschiebung gegenüber dem Vorbild des traditionellen Gymnasiast versetzt. Hinter der scheinbaren Homogenität der Gymnasiasten Bevölkerung erscheint in der Tat eine Anzahl von starken Entwicklungen deren Auswirkungen die Rhythmen der Schüler bestimmen und somit ihre sozialen Momente verwalten. In diesem Artikel präsentieren wir eine Analyse des sozialen Aufbaus der sozialen Rhythmen der Gymnasiasten durch eine konkrete Studie über die Arbeiter-Gymnasiasten.
Sind die Ferienlager immer noch so schön ?
• Joël Zaffran
Seit etwa zehn Jahren werden die Gruppenaufenthalte weiniger besucht. Wie soll man dieses Problem der mangelnden Zuneigung der Jugend gegenüber Gruppenferien angehen ? Dieser Synthese Artikel versucht, Forschungsrichtungen zu definieren anhand eines Auslegungsmodells über die strukturellen und konjunkturellen Gründe dieser mangelnden Zuneigung. Danach wird der Aufbau einer Kategorie von Freizeitbeschäftigungen, die die Jugendlichen ausüben können, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, die Möglichkeit geben, die Freizeit zu erörtern und dies auf der Basis von zwei Logiken der Jugend und zwar der Emanzipation und dem Hedonismus. Letztendlich eröffnet der fortschreitende Kurs dieses Artikels ein Forschungsfeld über die Freizeit.

